Die Sollingschule, Realschule Uslar, stellte am 18.4.2007 ihr Projekt Stolpersteine" der Öffentlichkeit vor. In Zusammenarbeit mit der Stadt Uslar sollen in der Innenstadt dreizehn Stolpersteine gesetzt werden. Die Schule hatte ihr Projekt ursprünglich als ihren Beitrag zur Tausendjahrfeier der Stadt Uslar im Jahre 2006 eingereicht. Die damalige Ratsmehrheit lehnte dies jedoch ab und sprach sich für eine erneute Diskussion darüber im Jahre 2007 aus.
Die Idee der Stolpersteine stammt von dem Kölner Künstler Gunther Demnig, der auf diese Weise das Gedenken und die Erinnerung an Menschen, die während der NS Zeit verfolgt und ermordet wurden, aufrecht erhalten möchte. Stolpersteine sind Betonsteine, die mit einer 10 x 10 cm großen Messingplatte versehen sind. In diese Platten werden die wichtigsten Lebensdaten der betreffenden Personen eingraviert. Die Stolpersteine werden dann unmittelbar dort, wo die Betroffenen früher wohnten oder tätig waren, in den Gehweg eingelassen. Dort sollen sie den Betrachter über das Schicksal dieser Menschen informieren und ihn zum symbolischen Stolpern, zum Innehalten, auffordern. Um ihre Inschriften zu lesen, muss er sich bücken , sich vor den Opfern verbeugen .
Die genannte Zahl von dreizehn Stolpersteinen ist nicht endgültig. Sie kann, wie mit der Stadtverwaltung vereinbart wurde, bei Bedarf erweitert werden.
Die beiden Initiatoren des Projekts, die Lehrerin Dagmar Pahlow und der Lehrer Detlev Herbst, stellten zusammen mit mehreren Schülerinnen und Schülern die Biographien der dreizehn Frauen und Männer vor, an die in Zukunft Stolpersteine erinnern sollen. Elf von ihnen sind jüdischer, zwei christlicher Abstammung. Sechs Schüler/innen hatten sich mit den Biographien der Opfer beschäftigt und berichteten darüber, was sie jeweils daran besonders beeindruckt hat.
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Schild am Rathaus (links, unterhalb der Straßenlaterne) "Juden betreten diesen Ort auf eigene Gefahr." (1933) |
Die Schicksale der Opfer sind so unterschiedlich, wie man es sich kaum vorstellen kann. Unter ihnen sind einzelne Menschen und ganze Familien, die in Vernichtungslager deportiert und dort umgebracht wurden. Andere nahmen sich unmittelbar vor ihrer angekündigten Deportation das Leben. Eine Frau jüdischer Abstammung überlebte einen Teil der NS Zeit in einem Versteck mitten in der Stadt Uslar. Ein jüdischer Kaufmann kehrte nach vierjähriger Inhaftierung in Auschwitz und Mauthausen 1950 nach Uslar zurück und eröffnete das väterliche Geschäft wieder. Mehrere Männer und Frauen überlebten die NS-Zeit schwer gezeichnet von Verfolgung und Haft in Konzentrationslagern.
Als nächster Schritt soll der Künstler Gunther Demnig mit der Anfertigung der dreizehn Stolpersteine beauftragt werden.
Die Finanzierung der Steine ein Stein kostet 95 Euro soll durch Sponsoren und Einzelspender erfolgen. Inzwischen haben bereits acht Sponsoren ihre Bereitschaft erklärt, die Patenschaft für einen Stein zu übernehmen.