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Hans Kahlberg

Das Ehepaar Ilse und Hans Kahlberg
Jahre 1936 wurde ihre Tochter Inge geboren.
Nach Abschluss der Grundschule in Uslar besuchte Hans Kahlberg die Jacobson–Schule in Seesen, wo seine Tante Anna Simon, geb. Kahlberg, ein Textilgeschäft besaß. Er übernahm im Jahre 1929 das Textilgeschäft seiner Tante. Im Jahre 1937 musste er das Geschäft auf Druck der Nationalsozialisten schließen und das Haus verkaufen. Hans Kahlberg emigrierte noch im selben Jahr mit seiner Frau und seiner Tochter nach Mailand, wohin sein Bruder Fritz bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigriert war. Nach seinem Umzug nach Florenz wurde Hans Kahlberg dort am 26. November 1940 von der italienischen Polizei verhaftet und in Belluno bei Cortina D' Ampezzo in einem Sammellager interniert. Seiner Frau gelang es, sich mit ihrer Tochter in Florenz versteckt zu halten. Nach der Entdeckung ihres Verstecks brachten italienische Freunde sie mit ihrer Tochter nach Süditalien in Sicherheit.Als im September 1943 die italienische Regierung mit den Alliierten einen Waffenstillstand geschlossen hatte und Mussolini verhaftet worden war, wurde der noch nicht von den Alliierten befreite Teil Italiens innerhalb von 24 Stunden von Truppen der Deutschen Wehrmacht besetzt. Daraufhin wurde Hans Kahlberg von Italien in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Als sich die sowjetischen Truppen im Januar 1945 Auschwitz näherten, wurde Hans Kahlberg mit den übrigen Häftlingen im offenen Güterwagen nach Mauthausen in Österreich gebracht. Im Mai 1945 wurde er dort von amerikanischen Truppen befreit. Hans Kahlberg hat vermutlich nur deshalb den Aufenthalt in den beiden Konzentrationslagern überlebt, weil er als Koch für die Wachmannschften arbeiten musste. Nach seiner Befreiung traf Hans Kahlberg seine Frau und seine Tochter wohlbehalten in Florenz wieder. Von dort zog er zu seinem Bruder Fritz nach Mailand.
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Gegen den Willen seiner Geschwister reiste Hans Kahlberg am 26. 10. 1949 nach Uslar, um zu sehen, was aus dem Stammhaus seiner Familie in der Langen Straße geworden war. Er beschloss, in Uslar zu bleiben und eröffnete nach vielen Widerständen das väterliche Modekaufhaus im Frühjahr 1950 wieder. Aus Krankheitsgründen musste Hans Kahlberg sein Geschäft im Jahre 1964 schließen. Hans Kahlberg starb am 17. 9. 1976 in Uslar und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Göttingen beigesetzt. Ilse Kahlberg zog nach dem Tode ihres Mannes zu ihrer Tochter Inge Bildstein und ihrem Enkel Ron in den USA. Dort lebt sie heute im Hause ihres Enkelsohnes.

Hans Kahlberg

1903 – 1976
deportiert
Auschwitz
Mauthausen
1943 - 1945


 

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