Sollingschule - Haupt- und Realschule Uslar
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Förderkreis Sollingschule Uslar
Innovationspreis für nachhaltige Bildung „Schulwald-Uslar" gehörte auf der „didacta" 2007 in Köln zu den Nominierten

Der „Deutsche Innovationspreis für nachhaltige Bildung“ wurde am 2. März 2007 auf der Bildungsmesse didacta in Köln zum ersten Mal verliehen. Von 51 bundesweit eingereichten Projekten gehörte das „Schulwald-Uslar“ Projekt zu den Nominierten.

Jochen Beyer von der Realschule Uslar und Henning Städtler, Funktionsstelle Waldökologie, haben den Schulwald am 1. April 2003 aus der Taufe gehoben. Die Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien am Beispiel des Waldes als außerschulischer Lernort wird seitdem Schritt für Schritt umgesetzt.
Da die Einrichtung des Schulwaldes Uslar keine Eintagsfliege sein sollte, war die Erreichbarkeit in unmittelbarer Nähe der Schulen bei der Suche nach geeigneten Waldflächen von entscheidender Bedeutung. Heute setzt sich der Schulwald aus zwei Waldflächen von jeweils 0,7 und 0,6 Hektar und einer Streuobstwiese von 0,3 Hektar Größe zusammen. Alle Flächen sind in fünf Minuten von den Schülern der Schulformen Gymnasium, Realschule und Hauptschule zu Fuß erreichbar, auch die Grundschule beschäftigt sich mit dem Schulwald. Wichtige Ziele für die Akteure waren von Anfang an, den Schülern am Beispiel des Waldes die Nachhaltigkeit näher zu bringen. Welche Nachhaltigkeitskriterien gibt es im Wald zu erfahren und in welchem Kontext stehen sie zu anderen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bereichen? Komplexe Zusammenhänge sollen verständlich gemacht werden? Schul- Klassen- und Fächer – übergreifend sollen miteinander Themen bearbeitet werden. Hauptschullehrer Wilfried Vendt bearbeitet z. B. mit seinen Schülern im Werkunterricht das Naturmaterial Holz. Die Realschule arbeitet im Sommerhalbjahr mit der Klasse von Jochen Beyer regelmäßig im Schulwald, als außerschulischem Lernort. Johannes Heil vom Gymnasium Uslar trägt durch Bodenanalysen und Strukturaufnahmen des Waldes sowie der Kartierung der Waldflora zur Erforschung der Natur im Schulwald bei. Für die forstfachliche Betreuung bei allen Schulwald Einsätzen haben die Niedersächsischen Landesforsten Henning Städtler, Waldökologe, bis 2009 für die wichtige Teilaufgabe der Forstlichen Umweltbildung zu 20 % freigestellt. Der Schulwald ist seit 2003 zum integrativen Element im Unterricht aller Schulformen geworden. Natur, Wald und Nachhaltigkeit können b e g r e i f b a r gemacht werden.
Das Tor zur Nachhaltigkeit im Schulwald-Uslar
symbolisiert die Nachhaltigkeitskriterien, die
die Schüler im Schulwald erfahren sollen.
Bei der Zusammenarbeit mit externen, außerschulischen Einrichtungen sammeln Schüler neue Erfahrungen (siehe auch Internetseite unter Kooperationen und Sponsoren).Der Schulwald ist in der Öffentlichkeit zu einem bekannten Faktor geworden. Durch die Nähe zur Jugendherberge, suchen auch externe Gruppen den Schulwald auf.
Der Schulwald-Uslar hat für Niedersachsen Modellcharakter. Schüler übernehmen für „ihren“ Wald für eine begrenzte Zeit Mitverantwortung. Lehrkräfte, Forstleute, Politiker vor Ort und andere Kooperationspartner bringen sich gemeinsam in das Projekt ein. Das Schulwaldprojekt ist in den täglichen schulischen Ablauf integriert worden (z. B. als Ort für Waldjugendspiele). Die Erfahrungen der ersten drei Jahre zeigen, dass Wald, Natur und Nachhaltigkeit den Schülern auf interessante Weise vermittelt werden können. Printmedien, Radio und Fernsehen haben für eine überregionale Verbreitung des Projektes gesorgt. Für das Jahr 2007 ist ein weiteres Teilprojekt geplant, - „Kunsteintrag im Wald“ – Schüler entwerfen unter Anleitung Kunstobjekte aus dem Naturmaterial Holz, die im Schulwald aufgebaut werden sollen. Jedes Jahr wird im „Wald der Jahresbäume“ der „Baum des Jahres“ gepflanzt und im Unterricht besonders behandelt.
Waldökologe Henning Städtler (links) und Realschullehrer Jochen Beyer freuen sich auf der didacta in Köln über die Nominierung des „Schulwald-Uslar“ Projektes.
Auch wenn der Schulwald nicht zu den ersten drei mit insgesamt 20.000,-Euro dotierten Preisen gehört, ist die Nominierungsurkunde in Köln für Lehrer J. Beyer und Förster H. Städtler als großer Erfolg zu werten. Der 1. Preis ging mit dem Projekt „Lernen in der Kinderstadt“ nach Sachsen. Der 2. Preis „Nachhaltige Verbesserung der Lesekompetenz“ wurde einer Arbeitsgruppe der Universität Frankfurt am Mai“ vergeben. Der Titel des 3. Preisträgers aus Hamburg war „Benachteiligte Jugendliche coachen“.
Bei der Preisverleihung betonte Prof. Dr. Reinhold Jäger, geschäftsführender Leiter des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Landau (Koblenz) , dass Bildung nachhaltig sein und unabhängig von sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen muss. Die Jury bestand aus Experten aus den Bereichen Pädagogik und Psychologie der Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Motto „Tue Gutes und rede darüber“ stand dem Deutschen Innovationspreis voran. Prof. Jäger erinnerte daran, dass der Begriff der Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts kommt. Nur soviel Holz einzuschlagen wie genutzt wird stand als Idee im Vordergrund. Der Innovationspreis soll als Initiative verstanden werden, das Kapital Wissen nachhaltig aufzubauen.
Alle Preisträger und Nominierten haben sich auf der didacta mit einem Poster präsentieren können.
Für Jochen Beyer und Henning Städtler war der Tag eine Bestätigung, dass sie mit dem Projekt „Schulwald-Uslar“ auf dem richtigen Weg sind.

 

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